Der Winter 2017/18 war geprägt von vielen zerstörerischen Lawinenniedergängen. Besonders stark betroffen ist Zernez im Bünderland. Die Zivilschutzorganisation (ZSO) Winterthur und Umgebung unterstützt die Gemeinde daher Mitte Mai während einer Woche mit Instandstellungsarbeiten. Vom Einsatz profitieren beide Seiten.

Rund vierzig Angehörige der ZSO Winterthur und Umgebung sind vom 14. bis 18. Mai in Zernez stationiert. Vor Ort helfen sie die Produktionsflächen für die Landwirtschaft wieder instand zu stellen, die bei Lawinenniedergängen im vergangenen Winter zerstört wurden. Diese Arbeit ist für die Gemeinde und die betroffenen Landwirte existenziell, denn das Kulturland soll so bald als möglich wieder genutzt werden können.

Die Schutzdienstleistenden aus Winterthur leisten insgesamt rund 200 Diensttage zugunsten der bündnerischen Gemeinde. Sie erwartet eine körperlich anstrengende Arbeit im unwegsamen Gelände. Es gilt zerstörte Waldstücke in steilem Gelände von umgeknickten Bäumen zu säubern, wo möglich mit Kettensäge, teilweise auch von Hand. Zudem muss massenhaft Geröll abgetragen werden. Die Arbeiten gelten als Ernstfalleinsatz nach Artikel 27 des Bundesgesetzes über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz (BZG).

Die Zusammenarbeit bringt allen Beteiligten einen grossen Nutzen: Während das Bündnerland von professionell ausgeführten Instandstellungsarbeiten profitiert, können die Angehörigen der ZSO Winterthur und Umgebung unter Ernstfallbedingungen ihr erlerntes Handwerk verfeinern und den Teamgeist fördern. Die Führungskräfte erhalten die Gelegenheit anhand eines konkreten Falls ihre Führungsgrundsätze zu überprüfen. Darüber hinaus können wertvolle Erfahrungen in der interkantonalen Zusammenarbeit gewonnen und Schnittstellen und Abläufe überprüft werden, die auch bei einem Einsatz auf Winterthurer Stadtgebiet relevant wären.



Dieser Artikel wurde zuerst publiziert in Medienmitteilungen.