Die Zentralschulpflege Winterthur hat beschlossen, die verschiedenen Anforderungsstufen in den Fächern Mathematik, Französisch und Englisch auf der Sekundarstufe aufzuheben. Somit besuchen künftig alle Sek-Schülerinnen und -Schüler diese Schulfächer nicht mehr im separierten Unterricht, sondern in ihrem Klassenverband. Eine weitere Änderung, die auf Beginn des kommenden Schuljahrs umgesetzt wird, betrifft die Unterrichtszeiten auf der Kindergartenstufe.

Seit dem Schuljahr 2008/2009 werden in den Winterthurer Sekundarschulen Anforderungsstufen geführt. Das heisst, dass die Schülerinnen und Schüler jeweils in zwei Fächern nicht in ihrem Klassenverbund, sondern in ihrer individuellen Leistungsstufe unterrichtet werden. In drei Schulkreisen werden diese Anforderungsstufen bei den Fächern Französisch und Mathematik geführt, in einem Kreis bei den Fächern Mathematik und Englisch.

Auf Antrag der Schulleiterkonferenz Winterthur (SLKW) und nach einem entsprechenden Vernehmlassungsverfahren bei Lehrpersonen hat die Zentralschulpflege (ZSP) beschlossen, das Modell der Anforderungsstufen in allen Winterthurer Sekundarschulkreisen aufzuheben. Ausschlaggebend für diesen Entscheid war unter anderem die Tatsache, dass sowohl die Lehrpersonen wie auch die Schulleiterinnen und Schulleiter, welche die Entscheidung der ZSP schlussendlich umsetzen müssen, sich mehrheitlich für die Abschaffung der Anforderungsstufen ausgesprochen hatten.

Der Beschluss tritt auf Beginn des kommenden Schuljahres 2018/2019 in Kraft. Die Aufhebung der Anforderungsstufen erfolgt aber auslaufend. Diejenigen Sek-Schülerinnen und -schüler, die zurzeit nach Anforderungsstufen unterrichtet werden, beenden ihre Schulzeit also unverändert im momentan gültigen Unterrichtsmodell.

Für die ZSP wie auch für die Schulleitenden der Sekundarschulen Winterthur sprachen mehrere organisatorische, vor allem aber auch pädagogische und didaktische Gründe für die Abkehr vom stufengerechten Unterricht. So stellt die momentane Bildungslandschaft den integrativen Gedanken ins Zentrum. Studien haben gezeigt, dass schwächere Schülerinnen und Schüler von den Stärkeren im gleichen Lernverband profitieren. Zudem soll die Anzahl verschiedener Lehrpersonen für die Schülerinnen und Schüler möglichst tief sein. Die erweiterte zusätzliche Separation durch Anforderungsstufen widerspricht diesem Grundsatz sowie dem integrativen Auftrag der Schule.

Unterricht in Anforderungsstufen erfordert ausserdem einen permanenten Wechsel der Schulzimmer und zum Teil sogar der Trakte. Aus Sicht der Zentralschulpflege ist für eine optimale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler entscheidend, dass gute Lernbeziehungen bestehen. Insbesondere für die schwächeren Schülerinnen und Schüler bieten weniger Lehrpersonen und weniger Änderungen in der Zusammensetzung der Lerngruppe bessere Entwicklungschancen. Daneben bedeutet der Verbleib im Klassenverband bei der gleichen Lehrperson weniger Zimmerwechsel, mehr Ruhe im Unterricht und eine einfachere Gestaltung der Stundenpläne.

Änderungen auf der Kindergartenstufe

Auf das kommende Schuljahr 2018/2019 wird mit der Einführung des Zürcher Lehrplans 21 zudem das aktuelle Kindergartenmodell der Stadt Winterthur aufgehoben. Die neue Lektionentafel des Lehrplans sieht für das erste Kindergartenjahr 20 Wochenlektionen und für das zweite Kindergartenjahr 24 Wochenlektionen vor. Neu werden die Kindergartenkinder darum ab dem Schuljahr 2018/2019 im ersten Jahr nur noch am Vormittag den Unterricht besuchen, während die Kindergartenkinder im zweiten Jahr an zwei Nachmittagen den Unterricht besuchen werden. Das bisherige Kindergartenmodell der Stadt Winterthur, mit je einem Nachmittag Unterricht im 1. und 2. Kindergartenjahr, gilt nur noch dieses Schuljahr.



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