Winterthur profitiere zudem von der ZHAW, einer Fachhochschule mit internationalem Renommee, von attraktiven Arbeitsplätzen in der Industrie und im Dienstleistungsbereich sowie von einer hohen Lebensqualität. Diese wird geprägt durch das reiche Kulturleben, die Nähe zu den Wäldern rund um die Stadt und den hohen Sicherheitsstandard, den wir in unserer Stadt geniessen dürfen. All diese Stärken gilt es auch in Zukunft weiter zu stärken.

Was hat sich während der letzten vier Jahre aus politischer Sicht alles positiv verändert? Es hat sich viel verändert. Winterthur ist im Aufbruch. Die Standortförderung ist neu ausgerichtet, das Stadtwerk steht unter neuer kompetenter Führung, das Museumskonzept konnte ins Trockene gebracht werden, die Stadtpolizei ist neu aufgestellt, bei der Parkplatzverordnung dürfen wir uns auf eine bessere Lösung freuen und die operativen Finanzen hat der Stadtrat im Griff. Nach vier Jahren mit bürgerlichem Stadtrat kann auch wieder laut über Steuersenkungen nachgedacht werden. Das Erbe Wohlwend kam zu einer „Wohlwendung“, dank einem bürgerlichen Stadtrat.

Ein Wermutstropfen bleibt. Die nachhaltige Sanierung der Pensionskasse lässt weiter auf sich warten. Dieses Erbe des vormals links-grünen Stadtrates wiegt schwer.

Was hat Ihre Fraktion zu dieser Veränderung beigetragen? Die FDP Fraktion hat ganz entschieden den Stadtrat bei der Lösung der Finanzprobleme unterstützt, dem Volksentscheid zur Aufstockung der Polizei zum Durchbruch verholfen, durch konsequentes Nachhaken zur Aufdeckung und Aufarbeitung der Missstände rund ums Stadtwerk beigetragen, der Kultur wieder den Platz in unserer Politik gegeben, den sie auch verdient, und die FDP Fraktion hat mit gezielten Vorstosspaketen zu den Themen Kultur, Verkehr und Arbeit/Bildung die Stärken der Stadt ins Zentrum der politischen Diskussion geführt. Doch auch hinter den Kulissen, in den Kommissionen und Arbeitsgruppen haben die Mitglieder der Fraktion gewirkt und mehrheitsfähige Lösungen erarbeitet.

An dieser Stelle muss ich aber unbedingt noch einen Punkt erwähnen: die FDP Fraktion hat sich in den letzten vier Jahren im Kampagnenführen bewährt. Gleich in drei Volksabstimmungen leiteten wir erfolgreich die Komitee-Arbeit und haben so der Stadt entscheidende Impulse für die Zukunft verliehen. Bei den Volksabstimmungen ging es um die Parkplatzverordnung, das neue Polizeigebäude und das House of Winterthur.

Besteht aus Ihrer Sicht noch Verbesserungspotential? „Besser werden“ ist unsere Pflicht. Winterthur steht in dauerndem Wettbewerb mit anderen Städten und Wirtschaftsregionen und muss sich daher laufend bewähren. Winterthur muss weiter an der Willkommenskultur arbeiten, eine einfache Ansiedlung von Gewerbe und Industrie ermöglichen, bürokratische Hürden abbauen, Verwaltungsstrukturen vereinfachen, den Bildungsstandort festigen und weiterentwickeln, die Kulturstadt international vermarkten, eine Kongressinfrastruktur auf privater Basis fördern und ganz generell zukunftsorientiert Investieren.

Es ist in der Politik gleich wie im Privatleben. Wer immer ans Geld denken muss, blockiert sich selber. Daher ist es wichtig, dass die Stadt möglichst rasch die Kostentreiber Soziales und Schule in den Griff bekommt und die angeschlagene Pensionskasse saniert. Eine merkliche Reduktion der Steuern und Gebühren wäre die Folge, was letztlich allen nützt.

Wie können wir als FDP Fraktion all das erreichen? Zum einen durch das Nutzen der parlamentarischen Instrumente wie der Interpellation, des Postulates oder der Motion, durch das Pflegen unserer Netzwerke und das Einbringen unseres persönlichen Engagements und zum andern durch die Wählerinnen und Wähler, welche die Liste 3 einlegen.

Welche Ideen verfolgt Ihre Fraktion zum Thema «Smart City Winterthur*»? „Smart“ bedeutet „intelligent“. Was aber vom Bürger für „intelligent“ angeschaut wird, ist ganz persönlich. Smart City darf nicht zur Bevormundung des Bürgers führen. Der Bürger muss selber entscheiden dürfen, was für ihn „smart“ ist. Als Fraktion einer liberalen Partei stellen wir die Eigenverantwortung der Bürgerin und des Bürgers ins Zentrum.

„Smart City“ wird aus politischer Sicht sicher für die Verwaltung ein grosses Thema, während die Privatwirtschaft mit Industrie 4.0 sich bereits selber organisiert. In der Verwaltung geht es darum, bürgernahe und benutzerfreundliche Technologien zu etablieren und dadurch effizienter und effektiver zu werden. Der Weg zu „Smart City“ bedeutet in der Regel einen Quantensprung in der Informatik. Ob die Stadt Winterthur bereit und fähig ist für diesen Quantensprung, ist zu hinterfragen.

Die FDP Fraktion hat sich bereits mit zwei Vorstössen im Bereich Verkehr an das Thema „Smart City“ herangewagt. Mit „Bus on Demand“ soll ein flexibles Nachtbus-Angebot eingeführt werden und mit „Think Tank Mobilität“ soll sich die Stadt von der einseitigen Ausrichtung auf den Bus lösen und neue Mobilitätsmöglichkeiten suchen und einführen.

Stefan Feer, Fraktionspräsident FDP



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