Im Oktober 2016 wurde die Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention (FSEG) geschaffen. Fachstellenleiter Urs Allemann zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz: Die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten in Winterthur sind geklärt, was den Umgang mit Fragen zur Radikalisierung spürbar erleichtert. Die Fachstelle hat sich als Ansprechpartnerin im Zusammenhang mit Extremismus und Gewalt etabliert; 48 Beratungen und 38 Referate zeigen den konstanten Bedarf nach Information.

Zu den Kernaufgaben der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention gehören Beratung, Vernetzung und Wissensvermittlung. Die FSEG hat sich als niederschwellige Anlaufstelle etabliert. Die Nachfrage nach Beratungen blieb konstant: Innert eines Jahres wurden 48 Beratungen durchgeführt (davon 17 in den ersten drei Monaten). In den wenigsten Fällen war der Beizug der Polizei zu weiteren Abklärungen nötig, dreimal wurde der Gewaltschutz der Polizei involviert (einmal davon in den ersten drei Monaten). Zudem nahm der Fachstellenleiter an zahlreichen Anlässen von insgesamt 15 Vernetzungsgremien teil und hielt 38 Referate auf städtischer, kantonaler, nationaler und internationaler Ebene. Die FSEG erreichte damit über 800 Fachpersonen und Multiplikatoren.

Beratung neu auch per Chat

Um Jugendliche in Zukunft noch direkter anzusprechen, ist die FSEG neu auch über die Jugend-App der Jugendinfo Winterthur erreichbar. Über eine Chatfunktion können sich Jugendliche anonym und niederschwellig mit Fragen rund um Gewalt oder Extremismus an die Fachstelle wenden.

Im Auftrag der Zentralschulpflege wurde zudem ein Leitfaden Radikalismus entwickelt. Dieser dient dazu, Schulleitungen, Lehrpersonen und Schulsozialarbeitende für Anzeichen von Radikalismus im schulischen Umfeld zu sensibilisieren und ihnen die Zuständigkeiten und das angemessene Vorgehen aufzuzeigen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit in Winterthur, Vernetzung auf verschiedenen Ebenen

Für die Prävention auf lokaler Ebene ist gemäss zahlreichen fachlichen Erkenntnissen die interdisziplinäre Vernetzung entscheidend. In Winterthur arbeitet der Fachstellenleiter, Urs Allemann, eng mit dem Brückenbauer der Stadtpolizei sowie dem Leiter der Fachstelle Integration zusammen. Alle wesentlichen Akteure sind zudem im Netzwerk Extremismus und Gewaltprävention zusammengefasst, das sich regelmässig austauscht und Beobachtungen diskutiert. Dabei können Trends frühzeitig erkannt und Handlungsmöglichkeiten definiert werden. Zum Netzwerk gehören städtische und externe Partner, unter anderem die KESB, die Schulsozialarbeit, die Fachstelle Diversity Management, die Jugendanwaltschaft, der Ausländer/innen-Beirat und die Jugendintervention der Kantonspolizei.

Die FSEG hat sich nicht nur innerhalb der Stadt vernetzt, sondern auch auf kantonaler, nationaler und internationaler Ebene. Sie gilt als anerkannter Wissensträger und ist in der Fachgruppe des Schweizerischen Städteverbandes und dem Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus (NAP) des Sicherheitsverbundes Schweiz involviert.

Die Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention FSEG

Die FSEG ist eine niederschwellige Anlaufstelle für Fragen zu Extremismus und Gewaltprävention. Sie ist zuständig dafür, das Fachwissen zum Thema Extremismus innerhalb der Stadtverwaltung zu bündeln und die relevanten Akteure miteinander zu vernetzen.

Die Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention ist für die Prävention zuständig. Sobald Hinweise auf Selbst- oder Fremdgefährdung oder Verstösse gegen das Gesetz vorliegen, werden die zuständigen Sicherheitsorgane involviert.

Die FSEG besteht seit dem 1. Oktober 2016 und ist befristet auf Ende 2018. Sie umfasst ein Pensum von 80 Stellenprozent.

Telefon: 052 267 23 23

E-Mail: fseg@win.ch

www.stadt.winterthur.ch/fseg

Weitere Informationen zur Jugend-App unter https://jugendinfo.win/app/

Die Präsentation der Medienkonferenz ist unter http://https://stadt.winterthur.ch/themen/leben-in-winterthur/kinder-jugendliche-und-familien/pravention/extremismus-und-gewaltpravention > «Unterlagen für Medien» abgelegt.



Dieser Artikel wurde zuerst publiziert in Medienmitteilungen.